Kuba: Annäherung mit den USA hoffentlich zum Wohle der KubanerInnen

Wie sehen die KubanerInnen die Chancen und Risiken, die sich durch die jüngsten Annäherungen mit den USA ergeben? Darüber habe ich diese Woche mit dem scheidenden kubanische Botschafter Marsan gesprochen.

 

Der Botschafter zeigte sich vorsichtig optimistisch. Kuba verfüge über eine sehr gut ausgebildete Bevölkerung, vor allem in den Bereichen Medizin und Technik. Die Regierung werde jetzt intensiv daran arbeiten, die Menschen auf die wirtschaftlichen Veränderungen vorzubereiten, damit sie die neuen Chancen nutzen können und nicht unter die Räder kommen. Auch den Sozialstaat und die freie medizinische Versorgung werde man so absichern, dass sie für die Menschen erhalten bleiben.

 

„Cuban Five“ freigelassen

Besonders gefreut habe ich mich auch über den Gast, den Botschafter Marsan dabei hatte. Ramón Labañino Salazar ist zur Zeit mit seiner Frau in Europa unterwegs, um sich bei seinen vielen UnterstützerInnen zu bedanken. Salazar gehört zu den sogenannten „Cuban Five“, die von den USA 1998 wegen Spionagevorwürfen in einem „äußerst unfairen Prozess“ (amnesty international) zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Gegen die Urteile gab es weltweit Proteste. Vom SPÖ-Klub haben wir noch 2013 den damaligen Außenminister Spindelegger in einer Anfrage aufgefordert, sich für die Freilassung der Gefangenen einzusetzen. Zu dieser Freilassung war es jetzt im Zuge der Annäherung zwischen den USA und Kuba endlich gekommen.