{"id":1803,"date":"2014-03-19T11:28:02","date_gmt":"2014-03-19T11:28:02","guid":{"rendered":"https:\/\/christine-muttonen.at\/?p=1803"},"modified":"2014-03-20T11:28:35","modified_gmt":"2014-03-20T11:28:35","slug":"muttonen-europa-muss-re-industrialisiert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christine-muttonen.at\/?p=1803","title":{"rendered":"Muttonen: Europa muss re-industrialisiert werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Europa muss unabh\u00e4ngig von Finanzm\u00e4rkten werden, einseitige Sparpolitik beenden und Verm\u00f6gen st\u00e4rker besteuern<\/strong><\/p>\n<p>Wien (OTS\/SK) &#8211; &#8222;Europa erlebt seit vielen Jahren einen Prozess der De-Industrialisierung&#8220;, so SP\u00d6-Europasprecherin Christine Muttonen heute im EU-Hauptausschuss zur Vorbereitung der Tagung des Europ\u00e4ischen Rates. Als warnendes Beispiel f\u00fchrt Muttonen England an: &#8222;In Gro\u00dfbritannien ist der Anteil der Industrie immer weiter geschrumpft, w\u00e4hrend die Finanzindustrie der Londoner City ihren Anteil am BIP immer weiter ausgebaut hat.&#8220; So mache sich Gro\u00dfbritannien mehr und mehr abh\u00e4ngig von seiner Finanzindustrie. &#8222;Das hat auch gro\u00dfe Auswirkungen auf europ\u00e4ische Entscheidungen wie zum Beispiel f\u00fcr oder gegen eine Finanztransaktionssteuer&#8220;, so die Europasprecherin. ****<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Muttonen fordert eine Trendumkehr der De-Industrialisierung. &#8222;Die darf aber nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Re-industrialisierung muss selbstverst\u00e4ndlich bedeuten, dass wir am Aufbau nachhaltiger, energie- und rohstoffeffizienter Industrien arbeiten&#8220;, so Muttonen. In dem Zusammenhang hebt die SP\u00d6-Europasprecherin die Bedeutung der Binnennachfrage hervor. &#8222;Hier krankt es in Europa erheblich: wegen der einseitigen Sparpolitik, wegen fehlender, aber notwendiger Investitionen und wegen einer immer ungleicheren Verteilung des Verm\u00f6gens&#8220;, kritisiert Muttonen L\u00e4nder wie zum Beispiel Gro\u00dfbritannien, wo die f\u00fcnf reichsten Familien so viel wie das \u00e4rmste F\u00fcnftel besitzen &#8211; also wie 20 Prozent der britischen Bev\u00f6lkerung. &#8222;Das ist eine Ungerechtigkeit und ein Ungleichgewicht, das dringend behoben werden muss&#8220;, so Muttonen. In der Eurozone sei es noch nicht ganz so dramatisch. Hier lauten die Zahlen laut EZB: F\u00fcnf Prozent der Haushalte teilen sich bereits 37,2 Prozent des Gesamtverm\u00f6gens. Die \u00e4rmsten 40 Prozent hingegen verf\u00fcgen grade einmal \u00fcber drei Prozent des Gesamtverm\u00f6gens. &#8222;Das ist ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr die Wirtschaft und steht einer Re-Industrialisierung im Wege, denn Verm\u00f6gensungleichgewichte bremsen das Wachstum&#8220;, betont die SP\u00d6-Europasprecherin und erg\u00e4nzt: &#8222;Die riesigen Gewinne der wenigen werden hingegen zu einem beachtlichen Teil nicht in die Realwirtschaft investiert, sondern in spekulative Finanzprodukte gesteckt.&#8220;<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Laut Muttonen k\u00f6nne man nur dann eine erfolgreiche Re-Industrialisierung erreichen, wenn Europa sich nicht nur um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf den internationalen M\u00e4rkten bem\u00fche, sondern auch mit nachhaltigen Investitionsprogrammen in die Infrastruktur, in Forschung, Entwicklung und in die Bildung investiere.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine wesentliche S\u00e4ule dabei ist die Verschiebung der Besteuerung weg von der Arbeit hin zum Verm\u00f6gen. &#8222;Die Politik muss daf\u00fcr sorgen, dass das Geld wieder in die Realwirtschaft investiert wird und nicht in den Aufbau neuer Spekulationsblasen&#8220;, so Muttonen. \u00a0Eine weitere wichtige S\u00e4ule f\u00fcr eine erfolgreiche Re-Industrialisierung sei eine m\u00f6glichst unabh\u00e4ngige Energieversorgung. &#8222;Denn der Klimawandel und die aktuelle Krise in der Ukraine zeigen ganz deutlich: So eine Energieversorgung muss dezentral, m\u00f6glichst regional und regenerativ organisiert werden &#8211; ein zuk\u00fcnftiges Energiesystem muss auf Energieeffizienz und erneuerbarer Energie basieren&#8220;, betont die SP\u00d6-Europasprecherin, die gleichzeitig davor warnt, dass der Ruf nach einer St\u00e4rkung und einem Ausbau von Kernkraftwerken in Europa lauter werde. &#8222;Hier muss der \u00f6sterreichische Weg als Vorbild f\u00fcr Europa dienen. Ein klares Nein zu Kernkraftwerken und ein Ja zur gr\u00f6\u00dferen Unabh\u00e4ngigkeit, auch durch Energieeffizienz&#8220;, so Muttonen. (Schluss) bj\/rm\/mp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa muss unabh\u00e4ngig von Finanzm\u00e4rkten werden, einseitige Sparpolitik beenden und Verm\u00f6gen st\u00e4rker besteuern Wien (OTS\/SK) &#8211; &#8222;Europa erlebt seit vielen Jahren einen Prozess der De-Industrialisierung&#8220;, so SP\u00d6-Europasprecherin Christine Muttonen heute im EU-Hauptausschuss zur Vorbereitung der Tagung des Europ\u00e4ischen Rates. 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